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Reversing maldaptive reorganization in frail brains:

Sensorimotor training, brain plasticity and the role of BDNF

Frühdiagnostik von Alterserscheinungen

Dieses Projekt am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) beschäftigt sich mit der Frühdiagnostik von Alterserscheinungen und ihrer möglichen therapeutischen Beeinflussung. Neurowissenschaftliche Modelle des maladaptiven Alterns bewerten den Verlust sensomotorischer Stimulation und reduzierter neuro-modulatorischer Kapazität als die entscheidenden Prozesse bei der Entstehung negativer Veränderungen im Gehirn. Damit einhergehender kognitiver und körperlicher Abbau sind die beiden zentralen Determinanten von Gebrechlichkeit und Multimorbitität im höheren Alter.

Die Studie plant, die anatomischen, neurophysiologischen und neuropsychologischen Korrelate dieser maladaptiven Plastizität bei gebrechlichen Menschen im fortgeschrittenen Alter genauer zu analysieren. Darüber hinaus wird untersucht, inwiefern neue, innovative Interventionen, welche an neurokognitiven Fähigkeiten ansetzten, diese maladaptiven Prozesse durchbrechen können. Vorherige Studien in gesunden Versuchspersonen konnten zeigen, dass diese Art von Intervention in der Lage ist, Plastizitätsprozesse anzustoßen, und zwar gerade in den Hirnstrukturen, die zuerst vom Alterungsprozess betroffen sind. Insbesondere sensomotorisches Training verspricht, die Fähigkeit, relevanten Input zu verarbeiten, zu erhöhen und dabei auch neuro-modulatorische Funktionen zu verbessern. Dies sollte sich schließlich auch in einem Leistungsanstieg in anderen kognitiven Bereichen zeigen. Die Nützlichkeit dieser Form von sensomotorischen Interventionen bei Gebrechlichkeit im höheren Alter soll untersucht und zusätzlich überprüft werden, inwiefern BDNF-relevante Genotypen und das Niveau des Wachstumsfaktors BDNF sowie anderer Biomarker diese Effekte modulieren. Zusätzlich soll der Einsatz motivationssteigernder virtueller Realitäten dies noch unterstützen. Für die Studie sollen 60 hoch selektierte Versuchspersonen untersucht werden. Das adaptive, Tablet-basierte Trainingsprogramm wird in der Interventionsgruppe über 3 Monate täglich für 30 Minuten durchgeführt. Endpunkte beinhalten (neuro-)kognitive und motorische Performanzdaten, strukturelle und funktionelle Bildgebungsdaten sowie körperliche Marker von Gebrechlichkeit.